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Ergebnisse Haiti Februar 2011 Teil 2
Sonntag, den 06. Februar 2011 um 00:00 Uhr
Liebe Freunde und Nothelfer

Der 2. Teil unserer Information befasst sich schwerpunktmäßig mit unserem Kinderheim in Haiti..
Bis zu unserer Ankunft in Haiti mussten die Kinder sowohl auf der Erde schlafen, als auch auf dem Boden essen.

Um das Leben der Kinder einigermaßen erträglich zu machen kauften wir Betten Tisch, Stühle und Bänke richteten das Heim einigermaßen bewohnbar ein.  
Den Fernseher hat Frau Stein gestiftet, damit die Kinder etwas Abwechslung haben
Gleichzeitig wurden wir auch mit den kleinen „Alltagssorgen“ konfrontiert:
Die kleine Lovely wurde krank und wir mussten sie ins Hospital bringen. Die Sorge vor einer evtl. Cholera war groß.
Glücklicherweise war es mit einem entsprechenden Medikament  schnell behoben.

Am anderen Tag hatten wir ein neues Problem : Die kleine Lovely hatte keine „Pampers“ mehr.
Ich und „Pampers“ kaufen in einem fremden Land! – Ein Grauen! !!!! Zum Glück hatte ich hilfreiche Begleiter an meiner Seite und so steuerten wir gemeinsam das nächste Einkaufszentrum an. Für Geld bekommt man selbst in Haiti alles. Und so war auch dieses Problem schnell gelöst.

Eine liebevolle Betreuerin für das Kinderheim hatte ich in Frau Stein gefunden, welche uns auf der Reise begleitet hatte. Ihr war nicht nur die momentane Verbesserung der Situation der Kinder wichtig, sondern auch deren Zukunft. Sie drängte darauf, dass die Kinder auch zur Schule gehen können und knüpfte erste Kontakte zur nahe gelegenen Schule. Allerdings können unsere schulpflichtigen Kinder erst im Herbst aufgenommen werden.

Als besonderes Geschenk für die Kinder haben wir uns einen „Glückstag“ ausgedacht. Es sollte ein Tag sein, an dem die Kinder in der Sonne so richtig austoben und glücklich sein dürfen.
Deshalb wurden die Kinder in einen Kleinbus verfrachtet und wir fuhren früh morgens ans Meer an einen herrlichen Strand. Dort konnten sie sich so richtig austoben, Ball spielen, schwimmen und einen Tag so richtig Kind sein.

Eine schwere Last
Am letzten Tag vor unserer Abreise wurde ich noch mit einer besonders schweren Entscheidung konfrontiert. Zwei Geschwister
brachten uns einen 2 Jahre alten Jungen. Es war ihr kleiner Bruder. Die Mutter kam beim Erdbeben ums Leben der Vater sitzt seitdem im
Rollstuhl und kann sich um den Kleinen nicht kümmern. Und die Geschwister können sich auch um den Kleinen nicht kümmern. Sollte ich das Kind in den Slum  zurück schicken? Ich brauchte einige Minuten Zeit. Schließlich trage ich letztendlich für jedes Kind, welches wir aufnehmen die Hauptverantwortung. Es ist eine schwere Last.. Und mit jedem Kind, welches wir zusätzlich aufnehmen wächst diese schwere Last.

Das Kind sah mich immer wieder mit seinen großen dunklen Augen bittend und hoffnungsvoll an.
Es lag in meiner Entscheidung, dieses Kind zurück zu weisen oder aber ihm etwas Glück und Geborgenheit zu schenken.
Und es wird wohl in Zukunft immer wieder vorkommen, dass ein Kind um Hilfe bittet. Da wird die Last von Kind zu Kind
größer.  Ich kann nur hoffen und bitten, liebe Freunde und Nothelfer, dass Sie alle uns in Zukunft nicht im Stich lassen und
uns hilfreich zur Seite stehen, damit die Last einigermaßen erträglich bleibt.

Unsere Aufgabe hatten wir eigentlich darin gesehen, dass wir Existenzen gründen, damit sich die Menschen selbst helfen können.
Aber dabei über die Not der Kinder hinweg sehen – das ist unchristlich.
So nahm ich den Kleinen als weiteres Mitglied unseres Kinderheimes auf.

Finanzen
Die Reise diente aber auch dazu, die Buchführung zu kontrollieren. Frau Kastner hatte dankenswerterweise
diese Aufgabe übernommen und sie sieht ganz besonders bei den Ausgaben sehr genau hin. Deshalb
sprach sie fast einen halben Tag lang alle einzelnen Posten mit unserer Lucienne durch. Sehr erfreut war ich dann über
ihren Bericht, dass alle Ausgaben  mit entsprechenden Unterlagen belegt und somit in Ordnung sind.
Auch ein Besuch bei unserer Bank durfte nicht fehlen. Es ging darum, Frau  Kastner die entsprechenden Vollmachten zu erteilen, damit Sie auch von Deutschland aus notwendige Zahlungen erledigen und per Online überwachen kann.

Dank
Ganz besonders dankbar bin ich unseren beiden Mitgliedern Frau Stein und Frau Kastner, welche in Haiti einen riesigen Einsatz geleistet haben unterstützt durch unsere beiden Dolmetscher  Herrn de Coulon und Herrn Clement.
Bei Frau Stein hatte ich am Ende unseres Aufenthalts den Verdacht, dass Sie am liebsten bei den Kindern geblieben wäre, so sehr hat sie sich mit den Kindern beschäftigt und ihnen gezeigt, dass sie in Ihrer Not nicht allein gelassen werden. Frau Stein war es auch, welche mich immer wieder auf notwendige Einrichtungen seien es Möbel oder Schule aufmerksam gemacht hat.
Unsere Kinder sind ihr sehr ans Herz gewachsen. – Herzlichen Dank !

Ein ganz besonderer Dank gilt aber auch Frau Kastner. Frau Kastner entwickelt sich mehr und mehr zu meiner rechten Hand. Schon in der Heimat hat sie sich sehr viel Mühe gegeben, sei es um die Finanzen in Haiti oder um Spenden in Deutschland.

Manche mögen Ihre Arbeit als kleinlich bezeichnen – aber gerade das ist  im Interesse unserer Organisation außerordentlich notwendig. Sie sieht auf jeden Cent und macht darauf aufmerksam, wenn ihr die eine oder andere Ausgabe zu hoch oder unnötig erscheint.
Frau Kastner hat sich auch in Haiti sehr viel Mühe gemacht – alle Ausgaben kontrolliert – die Belege gesichtet und eingeordnet, sowie Anweisungen erteilt, wie künftig im Finanzbereich gearbeitet werden muss.

Sehr erfreut war ich, als Sie mitteilte, dass unsere Leute in Haiti korrekt gearbeitet haben.
Gleichzeitig hat auch sie sich immer wieder um die Kinder gekümmert. – Herzlichen Dank

Unser Team in Haiti
Verständlicherweise geht es ohne ein Team vor Ort nicht.
Die besonders große Überraschung war die Tatsache, dass unser Jean ( Mit dem ich jahrelang große Probleme hatte ) ein richtig guter Manager geworden ist. Wenn man so will, so freue ich mich sehr darüber, dass meine jahrlange Mühe mit dem Mann nun endlich Früchte trägt. Man kann sich auf ihn verlassen, er ist umsichtig, korrekt und geht mit den Kindern liebevoll um.

Aber auch unsere Lucienne macht eine hervorragende Arbeit. Allerdings ist sie bisher dadurch etwas behindert, dass sie tagsüber im Kinderkrankenhaus als Buchhalterin arbeitet und leider kaum zur Bank kommt. Deshalb haben wir für sie das Online-Banking eingerichtet und wir hoffen, dass es auch bald funktioniert.
Zusätzlich besucht die Lucienne jeden Samstag das Kinderheim und hilft dort mit.

Bei der Leitung des Kinderheims haben wir eine Änderung dergestalt durchgeführt, dass unsere bisherige Aushilfe zur Verantwortlichen eingesetzt wurde. Guirlene hat in den letzten Monaten die innere Organisation durchgeführt und dadurch deutlich gemacht hat, dass sie unser Vertrauen verdient.
Ihr zur Seite steht Yolanda die Mutter der kleinen Lovely.
Ferner haben wir zusätzlich die 17 – jährige Anise, welche noch zur Schule geht und im Kinderheim in ihrer Freizeit mithelfen soll.
Alles in allem betrachtet konnten wir durch unseren Besuch in Haiti gute Fortschritte im Kampf gegen die Armut erzielen – auch wenn es nur ein winzig kleiner Beitrag ist angesichts des großen Elends in Haiti.