| Ergebnisse Haiti Februar 2011 Teil 1 |
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Liebe Freunde und Nothelfer
Vor wenigen Tagen sind wir mit einer Fülle von Erlebnissen und Ergebnissen aus Haiti zurück. Hierüber wollen wir sie zunächst kurz informieren. Besinnliches Zu Beginn der Fastenzeit will ich Ihnen kurz ein Erlebnis schildern, welches mich zutiefst berührt hat: Nach dem gemeinsamen Gottesdienst und dem Gespräch mit P.Rick wartete ein junger Mann auf mich, den ich schon seit Jahren betreue. Er gehörte zu der Gruppe, welche aus dem Waisenheim rausgeworfen und auf die Strasse geschickt wurde. Er war in den Augen seiner Betreuer ein absoluter Taugenichts und ist mehrmals von der Schule geflogen. Er ist also keine große Leuchte. Im Laufe der Zeit aber merkte ich, dass er ein sehr guter Arbeiter ist.
Dieser junge Mann wartete also auf mich vor dem Büro von P.Rick.
Wir zogen uns dann in den erweiterten Kirchenraum zu einem Gespräch zurück. Dabei erzählte er mir seine Erlebnisse:
Durch das schreckliche Erdbeben wurde das Haus völlig zerstört und er konnte nur seine nackte Haut retten. Nun lebt er in einem kleinen Zelt in einer der vielen Zeltstädte, welche die Hilfsorganisationen ausgebaut haben. Er hat also alles durch diese Erdbeben verloren und stand vor dem Nichts.
Plötzlich zog der junge Mann dann ein Bild unter seinem Hemd hervor. Es war das Bild seiner ehemaligen Patin. Dieses Bild war für ihn so wichtig, dass er es trotz einstürzenden Mauern nicht verlieren wollte.Dieses Beispiel zeigt, dass ein einziges Bild Mut, Kraft und Zuversicht geben kann die größten Schwierigkeiten und Probleme des Lebens zu meistern. Ein neues Erdbeben Was die hiesige Presse offensichtlich verschlafen hat ist die Tatsache, dass es in Haiti während unseres Aufenthalts um 4 Uhr 15 morgens ein neues Erdbeben gegeben hat. Es war allerdings ein leichtes Zittern. Dennoch genügte es, dass laut uns vorliegendem bericht viele Menschen voller Angst ins freie gelaufen sind. Das große Erdbeben vom Januar des letzten Jahres steckt also noch tief verwurzelt in den Köpfen der Menschen vor Ort. Es wird leider auch seitens der Medien oftmals falsch über die Zustände in Haiti berichtet. Es ist bei weitem nicht so, dass die Hilfsorganisationen zu wenig tun und die Menschen in Haiti die Hände in den Schoß legen. Alle packen kräftig mit an, um den Schutt zu beseitigen und es entstehen neue Häuser – neue Straßen. Und immer wieder sieht man die Fahrzeuge der Hilfsorganisationen. Allerdings muss man auch sagen, dass die Betroffenen in Haiti aufgrund der chaotischen Situation nur mühsam vorankommen. Trauergottesdienst mit P.Rick Ein unvergessliches Erlebnis wird auch der Gottesdienst mit P.Rick bleiben. Als wir gemeinsam die kleine Kapelle betraten war diese bis auf den letzten Platz gefüllt mit trauernden Gottesdienstteilnehmern. In der Mitte vor dem Altar war ein Mädchen in einem offen Sarg aufgebahrt im Alter von etwas 10 Jahren. Vor dem Sarg standen die weinenden Eltern des Kindes. Immer wieder streichelte die Mutter das tote Kind. Dann zog sie ein belegtes Brötchen aus der Taschen und steckte es zwischen die Bluse des Kindes. Ganz offensichtlich ist es dort Tradition dem geliebten toten Menschen etwas zu essen mitzugeben, damit es auf dem Weg zu Gott nicht hungern muss. Der Gottesdienst selbst wurde immer wieder unterbrochen vom krampfartigen Anfällen der Eltern. Die Mutter wälzte sich schmerzverzerrt auf dem Boden und musste hinausgebracht werden. Behutsam versuchte ich den Vater zu trösten und nahm ihn in tröstend in die Arme. Er ließ sich kaum beruhigen. Ich ließ ihn in meinen Armen ausweinen. Nach dem Trauergottesdienst wurde der Sarg des Kindes in einen Leichenwagen getragen. Langsam bewegte sich dann unter schmerzerfülltem Geschrei der Eltern und Geschwister zum Krematorium. Verständlicherweise war ich innerlich sehr verwundert über diese re4isigen Schmerzausbrüche. Nach unserem christlichen Verständnis geht ein Mensch – und ganz besonders ein Kind – aus diesem Leben zu unserem himmlischen Vater. Wieso freuen wir uns nicht mit dem geliebten toten Menschen über diese Grundlage unseres Glaubens? Allerdings dürfen wir nie vergessen, dass der geliebte Mensch eine Lücke in unserem Leben hinter lässt. Und angesichts dieser Tatsache wird die Trauer wiederum verständlich. Besprechung mit P.Rick Nach dem Trauergottesdienst fand das Gespräch mit P. Rick statt. Grundlage des Gesprächs war das Angebot des BMZ. Wir vereinbahrten, dass P.Rick uns in Zusammenarbeit mit seinem Läutungsteam einige Projekte vorschlagen wird, welche wir unsererseits dem BMZ zur ersten Beurteilung vorlegen. Inzwischen sind diese auch eingetroffen und sehen wie folgt aus:
Die neue Schule „Angels of Light“ soll erweitert werden. Welche Projekte das BMZ bereit ist zu unterstützen wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Da wir selbst mit 25% an den Projekten beteiligt sind, favoritisieren wir den ersten Punkt |










Plötzlich zog der junge Mann dann ein Bild unter seinem Hemd hervor. Es war das Bild seiner ehemaligen Patin. Dieses Bild war für ihn so wichtig, dass er es trotz einstürzenden Mauern nicht verlieren wollte.