Vsmart Extensions


Besucher heute:7
Besucher gestern:11
Besucher Monat:299
Besucher letzten Monat:692
Besucher Total:5768
Zählung seit:2011-09-06
Vom 06.12.2011 bis 12.12.2011 reisten der Vorstandsvorsitzende Manfred Hankel und Herr Ulrich Hänle nach Haiti. Lesen Sie hier Auszüge aus ihrem Reisebericht:
Donnerstag, den 22. Dezember 2011 um 00:00 Uhr

06.12.2011: Am Flughafen wurden wir bereits vom Jean und vom Willy erwartet. Nach der Entgegennahme des Mietwagens sind wir gleich in Kinderkrankenhaus gefahren, wo uns Wynn erwartete. Dabei versuchten wir einige Einzelheiten zu klären und der Wynn versprach ein fertiges Konzept für einige Existenzgründungen bis zum Ende der Besuchswoche auszuarbeiten. Anschließend fuhren wir in unser Kinderheim, wo wir von den Kindern herzlich begrüßte wurden. Wie geplant feierten wir dort ein wenig Nikolaus mit Kakao und mitgebrachten Keksen. Gleichzeitig verteilte der Uli kleine Geschenke und ich musste feststellen, dass die Geschenke für die Kinder wichtiger waren, als Kakao und Kekse. Flitzende kleine Autos, Lutscher und Puppen sind eben etwas ganz Besonderes…Anschließend fuhren wir ins Hotel und trafen dort Dr. Kernisan. Er ist Arzt und wollte mit uns das Grundstück ansehen und übergab uns auch seine Visitenkarte.

 

07.12.2011: Der Anwalt der Neumeiers war ziemlich unverschämt. Zunächst ließ er den mit Neumeiers vereinbarten Besichtigungstermin platzen und forderte eine Gebühr von 200 USD. Da aus dem Termin nichts wurde, fuhren wir anschließend zur Bank um diverse organisatorische Dinge zu klären. Anschließend fuhren wir auch zu dem außerhalb liegenden Grundstück. Auch Uli ist hier der Meinung, dass es für unsere Zwecke nicht geeignet ist. Schließlich besuchten wir wieder das Kinderheim und zeigte den Kindern, was sie bis zu unserer Abreise basteln können, z. Bsp. kleine Lesezeichen für unsere treuen Spender.

 

08.12.2011: Es war der Tag angesagt, an dem ich meinen Besuch beim Provinzial der Salesianer angekündigt hatte. Aus einer zunächst unergründlichen Tatsache war P. Charles nicht anwesend. Später wurde ich darauf hingewiesen, dass der 8. Dezember für die Salesianer ein besonderer Feiertag ist. Es ist der Gründungstag der Salesianer. Alternativ empfing uns der stellvertretende Provinzial P.Orlando. Er zeigte sich sehr interessiert an einer Zusammenarbeit und offen gesagt, wäre mir die Zusammenarbeit mit den Salesianern viel lieber, weil diese mit ihren zehn großen und 40 kleinen Missionsstationen  über das ganze Land verteilt arbeiten. Leider ist das aber eine kirchliche Organisation, welche das BMZ nicht akzeptiert, da die Kirchen einen eigenen Spendentopf haben. Wir haben uns aber darauf geeinigt, dass wir doch insofern zusammen arbeiten, als wir die ausgebildeten Handwerker übernehmen und mit Ihnen die Existenzen gründen. Anschließend fuhren wir in die Missionsstation, wo wir von P.Wim erwartet wurden, der uns sehr herzlich empfing. Leider drängte die Zeit, da wir uns mit dem Anwalt der Neumeiers zu einer Besichtigung des Grundstücks vereinbart hatten. Die Besichtigung selbst war zunächst erfreulich für mich. Die Autos wurden gerade entfernt und es zeichnet sich ab, dass der Boden nicht verseucht ist. Als wir aber den vorderen Teil besichtigten, war ich schockiert darüber, dass der wunderschöne Brunnen völlig vom Mieter zerstört worden war. Er begründete dies, dass er undicht gewesen sei. Uli machte mich dann noch darauf aufmerksam, dass der Boden im Gebäude sich um ca. 10 cm gesenkt habe und saniert werden muss.  Zurück im Kinderheim nahm ich erfreut wahr, dass die Kinder fleißig am Basteln waren. Dabei bemerkte ich auch, dass sich der Remy richtig ins Zeug legte.

 

09.12.2011: Am Vormittag fuhren wir erneut zur Bank, um die Kontovollmacht für den Jean zu regeln. Er hatte beim ersten Besuch seinen Pass nicht bei sich. Nachdem ich gebeten hatte mit dem Wynn bezüglich seiner Existenzvorschläge Kontakt aufzunehmen, wurde mir mitgeteilt, dass er uns erwarten würde. Dort angekommen erklärte mir der Wynn, dass er noch nicht dazu gekommen sei, die vereinbarten Vorschläge auszuarbeiten. Ich war ziemlich verärgert, das ist keine Art einer guten Zusammenarbeit. Wie ich den Wynn einschätze ist er sowieso nur kurzfristig als eine Art „Sozialdienstleistender“ dort und daher als Partner auf Dauer wohl nicht der richtige Mann. Warten wir ab. Anschließend fuhren wir in ein Möbelhaus, um dort einen Kühlschrank zu kaufen, um den mich die Guirlene gebeten hatte. Am Nachmittag fuhren der Jean und ich zu einem Eltern-Info-Nachmittag des Kindergartens von Davidson.

 

10.12.2011: Es gab erneut Ärger. Ich musste feststellen, dass unser neues Büro noch nicht funktioniert. Der Drucker war noch nicht einmal ausgepackt – es war nicht einmal Schreibpapier vorhanden. Auch das Telefon ging nicht! Nachts hatte ich im Hotel vorher die Ausgabenbelege und –berichte von Jean überprüft. Sie sind weitgehend in Ordnung. Dann machten wir einen Ausflug in die Baptistenmission und besuchten den kleinen Zoo. Nach dem Mittagessen im dortigen Restaurant konnten die Kinder im Gelände noch spielen, während ich einige Einkäufe tätigte. Ins Kinderheim zurückgekehrt führte ich Personalgespräche durch. Hier eine kleine Übersicht:

Guirlene: 32 Jahre alt, kann schreiben und etwas französisch. Sie steht jeden Tag zur Verfügung und schläft dort. Sie hat Schneiderin gelernt.

Remy: Ist gelernter Elektriker und arbeitslos. Er lebt mit seinem Bruder zusammen. Seine Eltern hatte er schon in seiner Kindheit verloren. Ich halte ihn für einen sehr intelligenten Mann, der vorwärts kommen möchte. Deshalb lernt er nebenbei auch englisch. Er ist nicht verheiratet.

Rachelle: Ist 45 Jahre alt. Sie konnte keine Schule besuchen und hat auch nichts gelernt. Sie hat vier Kinder und einen kranken arbeitslosen Mann zuhause, der Schreiner ist. Hier pfeift die Armut aus allen Löchern!

 

11.12.2011: Am Vormittag war der Besuch eines Gottesdienstes angesagt, der so lebendig verlief, wie ich es mir immer wieder gewünscht habe: Wir hatten in der Kirche ganz vorne Platz genommen. Jean und Willy waren draußen geblieben. Während des Gottesdienstes zupfte mich der Davidson. Das einzige Wort das er raus brachte hieß: „Pippi!“ Zunächst  schenkte ich dem wenig Beachtung. Als er mich aber wenig später erneut zupfte und unter Tränen meinte: „Pippi“ musste ich handeln. Ich nahm in also bei der Hand und ging raus – die Bitchara hinterher. Draußen fand ich den Willy, der mir die beiden abnahm. In der Kirche wenig später meinte auch der Philson: „Pippi“. Also nahm ich auch den und ging raus, lieferte ihn beim Willy ab und nahm Davidson und Bitchara wieder mit. Der Gottesdienst ging unterdessen ruhig weiter. Wenig später sah mich der Watson mit tränenden Augen an. Er brauchte gar nichts sagen – ich glaubte Bescheid zu wissen. Also nahm ich auch ihn bei der Hand und zog mit ihm durch das vollbesetzte Kirchenschiff und zu meiner Überraschung folgte meine ganze Begleitung, obwohl die Kirche noch nicht aus war.  Doch der Watson musste gar nicht Pippi – sein Auge tränte nur! Es war also ein sehr lebendiger Gottesdienst – auch wenn er sicher nicht alltäglich ist – auch nicht in Haiti. Danach fuhren wir zum Essen in ein Restaurant in Kennskoff. Am späten Nachmittag brachten wir dann die Kinder wieder heim und verabschiedeten uns. Unser Besuch in Haiti ging leider schon zu Ende und am nächsten Morgen flogen wir zurück.